Kaffeeduft

Blumen, Kaffee und mehr

MARTHALEN Regula Elmer hat in ihrem Blumengeschäft Habitus neue Räume mit Kaffeeduft eröffnet. Sie erfüllt sich damit ihren alten Traum. 

Dornröschen hatte sich gestochen und war in einen hundertjährigen Schlaf gefallen. Es hatte sehr viel Zeit zum Träumen, und es dauerte lange, bis sein Traum in Erfüllung ging. Regula Elmers «Traum» ist auch schon einige Jahre alt. Im Gegensatz zu Dornröschen hat sie nicht nur geschlafen und geträumt, sie hat ihren Traum selber erarbeitet und nun verwirklicht. Vor Kurzem hat sie ihr Angebot um Wohnaccessoires erweitert und jetzt um Kaffeeduft ergänzt: Inmitten von Blumen und tausend Sachen gibt es viel zu sehen und zu entdecken. Ob in einem ehemaligen Abteil der Rhätischen Bahn, an einem Spieltisch oder an kleinen Telefontischchen: Zu zweit oder in kleinen Gruppen findet jeder einen speziellen Platz.

Helferliste für Interessierte

Der dezente Auftritt «neue Räume mit Kaffeeduft» ist bewusst gewählt – Grünpflanzen und Blumen bleiben prioritär. Sie bittet ihre «Café»-Kunden deshalb, Zeit und Geduld mitzubringen, denn es servieren drei «Blumenfrauen

» oder freiwillige Helfer; Interessierte, die stundenweise etwas «wirten» möchten, können sich auf einer Helferliste
eintragen. Im Rahmen des Gastwirtschaftspatents
werden lokale und regionale Getränke und Süssspeisen angeboten. Einzig Mineralwasser und Süssgetränke
kommen von etwas weiter her: Regula Elmer schmunzelt und meint, «Elmer Citro und Elmer Mineral muss ich einfach anbieten.» Ansonsten stammen die meisten Produkte aus Marthalen oder aus der näheren Umgebung. Auch die speziellen Guetzli, mit dem Habitus-Logo werden von einer befreundeten Bäckerin im Weinland hergestellt und aufgrund des Frauenteams etwas selbstironisch «Habitussi» genannt.
So gibt es zu vielen Produkten oder auch Verkaufsartikeln eine Geschichte zu erzählen und vor allem eine Verbundenheit zu Menschen aus dem Zürcher Weinland.

22 Jahre Blumenfrau im Weinland 

Habitus bereichert seit 2004 das Angebot in Marthalen: die ersten Jahre im «Küblerhaus» – im Elternhaus von Ferdi Kübler – und seit Herbst 2009 im Mitteldorf. Ihre Selbständigkeit hat Regula Elmer vor 22 Jahren im «Wöschhüsli» in Kleinandelfingen aufgenommen, nachdem sie in Winterthur gearbeitet und ursprünglich in Embrach Floristin gelernt hatte. Auf den Firmennamen angesprochen, erklärt sie, dass dieser auf die Botaniklektionen an der Gewerbeschule zurückgehe: «Habitus» meint die äussere Erscheinung eines Organismus, zum Beispiel die Blütenblätter einer Sonnenblume.» Nach Pierre Bourdieu (Soziologe, 1930 bis 2002) bezeichnet «Habitus» auch das gesamte Auftreten einer Person, also den Lebensstil, die Kleidung und den Geschmack. Im Sinne dieser weiter gefassten Definition sind nach all den Jahren Selbständigkeit mit viel Herzblut Regula Elmer und Habitus immer stärker verschmolzen und so zur eigenen Marke geworden. Wie geht es weiter? Ideen sind noch viele vorhanden, und die Motivation ist geblieben. Regula Elmer meint: «Ich empfange immer noch gerne Menschen.» Bereits liege eine Anfrage für einen Apéro vor, und vielleicht liessen sich künftig Konzerte, Spielabende oder auch mal Märchenlesungen realisieren, sagt sie.

Andelfinger Zeitung, Bericht vom Dienstag, 14. Januar 2020